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Französischer Biathlet Jacquelin gibt Einblick in seinen Sportartenwechsel

Er fährt bald zwei Profirennen

Émilien Jacquelin tauscht vorübergehend Schnee gegen Asphalt. Hinter seinem ungewöhnlichen Wechsel vom Biathlon zum Radsport steckt aber eine persönliche Geschichte voller Rückschläge, Zweifel und Durchhaltewillen.

Émilien Jacquelin hat sich nach mehreren Monaten ohne grosse öffentliche Auftritte mit einem emotionalen Beitrag auf Instagram zurückgemeldet. Der französische Biathlon-Star erklärt darin, warum er bewusst auf Zurückhaltung setzte und seine Energie vollständig in sein neues Projekt investierte.

"Ich habe in den vergangenen Monaten nicht viel geschrieben oder gepostet. Dieses Projekt, diesen Wunsch, habe ich von innen heraus erlebt. Für mich", schreibt der 31-Jährige auf Instagram. Statt seine Entwicklung öffentlich zu dokumentieren, habe er sich lieber auf das Training konzentriert. Mit Projekt meint er nicht etwa die neue Biathlonsaison, sondern seine Karriere als Radprofi.

Die vergangenen drei Monate seien eine Achterbahnfahrt gewesen. "Ich habe alles erlebt, was ein Athlet erleben kann: Aufregung, übermässige Motivation, Verletzung, Stopp, Zweifel und Tränen." Doch trotz aller Rückschläge sei eines immer gleich geblieben: "Jeden Morgen bin ich weitergegangen. Tag für Tag."

Auch die schwierigen Momente konnten seinen Antrieb nicht stoppen. "Keine einzige Sekunde habe ich aufgehört, zu versuchen, eine bessere Version von mir selbst zu werden. Keine einzige Sekunde habe ich aufgehört zu glauben, dass dieses Projekt es verdient, weitergeführt zu werden", so Jacquelin.

Die ersten Profi-Rennen stehen bevor

Dieses Projekt führt ihn nun vorübergehend in eine neue Sportwelt. Der Franzose wagt den Wechsel vom Biathlon aufs Rennrad und wird für das Team Decathlon CMA CGM Team an ersten Profi-Rennen teilnehmen. Sein Debüt ist bei der Polynormande am 16. August geplant, zudem soll er bei der Tour du Limousin (18. bis 21. August) starten.

Der Schritt aufs Rennrad ist für Jacquelin jedoch nicht einfach ein Karriereende im Biathlon. Vielmehr möchte der Franzose nach den Olympischen Winterspielen 2026 eine neue Erfahrung sammeln und seine Komfortzone verlassen. Sein grosses Ziel bleiben die Olympischen Spiele 2030 in Frankreich.

Trotz eines Schlüsselbeinbruchs nach einem Sturz kurz nach Beginn seines neuen Projekts kämpfte sich Jacquelin zurück. "Heute entdecke ich die professionelle Welt. Für manche ist es vielleicht nur eine Etappe. Für mich ist es enorm viel", schreibt der fünffache Weltmeister. Dabei zeigt sich Jacquelin vor allem dankbar für das Vertrauen, das er erhalten habe. "Ich bin stolz darauf, alles getan zu haben, um diesem Vertrauen gerecht zu werden. Und jedes Mal, wenn ich an den Start gehe, werde ich alles für das Team geben."

Ob und wann der Franzose wieder im Biathlon-Weltcup antreten wird, ist derzeit offen. Sein Ziel bleibt jedoch klar: Er will sich weiterentwickeln - egal, ob mit Gewehr im Schnee oder auf zwei Rädern auf der Strasse.

Biathlon Émilien Jacquelin Soraya Sägesser welovesnow.ch

2026-08-07 21:00:59