Via Hafjell reisen die Athleten ans Weltcupfinale nach Sun Valley, aber natürlich nur diejenigen, die sich für die letzten Rennen des Winters überhaupt qualifiziert haben. Wir liefern euch die Übersicht über die Ausgangslage im Riesenslalom und Slalom der Männer, zudem fassen wir auch die Szenarien im Kugelkampf zusammen.
Mit seinem Sieg in Kranjska Gora hat Henrik Kristoffersen den Kugelkampf im Riesenslalom nochmals angefacht. Der Norweger möchte auch am Heimrennen gross punkten. Womöglich fällt die Entscheidung erst in den USA.

Weiterhin führt Marco Odermatt den Riesenslalom-Weltcup an und ist damit auf Kurs, die Disziplinenwertung zum vierten Mal für sich zu entscheiden. Mit einem Polster von 41 Punkten würden ihm in den letzten beiden Rennen gar zwei zweite Plätze ausreichen, selbst wenn Henrik Kristoffersen beide Rennen gewinnen würde. Rein mathematisch haben gar noch sechs Athleten eine Chance auf die kleine Kristallkugel, es zeichnet sich aber ein Duell der beiden besten Athleten des Winters ab. Drei mögliche Szenarien gibt es, wie Odermatt bereits in Hafjell alles klarmachen könnte, dafür ist allerdings auch das Abschneiden von Alexander Steen Olsen relevant.
Viel naheliegender ist hingegen eine vorzeitige Entscheidung in der Gesamtwertung. Mit Rang acht hätte Odermatt die grosse Kristallkugel aufs Neue auf sicher. Wobei es sich schon jetzt um ein rein mathematisches Szenario handelt. Grundsätzlich müsste Kristoffersen mindestens 71 Punkte auf den Nidwaldner aufholen, um eine vorzeitige Party zu verhindern. Mit andern Worten muss der Norweger mindestens Zweiter werden, damit nach mathematischen Regeln noch nicht alles entschieden ist. Wobei die Messe ohnehin schon gelesen ist, schliesslich wird Kristoffersen kaum am Weltcupfinale in der Abfahrt am Start stehen.
Rennen um einen Platz am Weltcupfinale
1. Marco Odermatt - 420
6. Loïc Meillard - 234
7. Thomas Tumler - 218
18. Luca Aerni - 120
23. Gino Caviezel - 89
--- Top-25 ---53 Punkte---
39. Fadri Janutin - 16
40. Justin Murisier - 14
52. Livio Simonet - 4
Es wird ein Schweizer Quartett am Weltcupfinale im Riesenslalom am Start stehen. Hinter Marco Odermatt haben sich mit Loïc Meillard und Thomas Tumler gar zwei weitere Schweizer in den Top-Sieben und damit im Bereich der ersten Startgruppe festgesetzt. Auch der grosse Aufsteiger Luca Aerni hat die Finalteilnahme bereits auf sicher. Selbst der verletzte Gino Caviezel hätte mit seinen Platzierungen bis und mit dem Riesenslalom von Alta Badia genügend Punkte eingefahren, um am Finale startberechtigt zu sein.
Die weiteren Athleten rund um Fadri Janutin und Livio Simonet bräuchten in Hafjell schon einen gewaltigen Exploit, in Form einer Fahrt auf Rang vier oder gar aufs Podest. Es geht für die zweite Schweizer Riesenslalomgarde vielmehr darum, sich im Vorfeld der nächsten Saison in Position zu bringen. Erfreuliches gibt es diesbezüglich aus dem Europacup zu berichten, dort ist Lenz Hächler auf Kurs in Richtung Fixstartplatz für den nächsten Riesenslalom-Winter.
Slalom der Männer
Auch im Slalom steht noch je ein Rennen in Hafjell und in Sun Valley aus. Nach zehn Weltcupslaloms in dieser Saison wartet die Schweiz immer noch auf einen ersten Sieg. Diesbezüglich perfektes Timing bewiesen hat Slalom-Weltmeister Loïc Meillard an den Medaillenkämpfen in Saalbach.

Henrik Kristoffersen, Clément Noël, Loïc Meillard, Timon Haugan oder Atle Lie McGrath wird der Sieger der Slalomwertung 2025 heissen. Mit einem Polster von 77 Punkten hat Kristoffersen schon hervorragende Vorarbeit geleistet und das obschon er nur zwei Slaloms gewinnen konnte. Zum Vergleich steht sein französischer Widersacher Noël bereits bei vier Siegen. Klassiert sich Kristoffersen in Hafjell vor Meillard, Haugan und McGrath sind die drei im Kugelkampf definitiv aus dem Rennen, das Trio müsste die Lücke zur Spitze schrumpfen lassen. Für eine Vorentscheidung müsste der Norweger allerdings auch 24 Punkte mehr einfahren als sein erster Verfolger. Im Slalom kann es bekanntlich aber unglaublich schnell gehen, ein Ausfall Kristoffersens könnte alles auf den Kopf stellen.
3. Loïc Meillard - 465
8. Tanguy Nef - 266
14. Daniel Yule - 209
--- Top-25 --- 92 Punkte---
29. Marc Rochat - 68
30. Luca Aerni - 64
38. Ramon Zenhäusern - 31
Neben Loïc Meillard und Tanguy Nef, die beide zu den Top-Ten der Disziplinenwertung gehören, hat auch Daniel Yule das Finalticket neuerlich in der Tasche. Yule fährt im Saisonendspurt darum, zumindest seinen Platz in der zweiten Startgruppe zu zementieren. Für Nef scheint gar der Sprung in die Top-Sieben noch in Reichweite zu sein. Wohl nicht dabei bei der Reise in die USA werden Marc Rochat, Luca Aerni und Ramon Zenhäusern sein. Von ihnen bräuchte es in Hafjell einen grösseren Exploit. Es müsste wohl für Rochat und Aerni in die Region der Top-Acht gehen, um realistische Chancen auf einen Sprung unter die besten 25 Slalomfahrer des Winters zu haben. Zenhäusern müsste gar sensationell mindestens Zweiter werden.
Weiterhin benötigt Swiss-Ski einen weiteren Athleten in den Punkten, um im kommenden Winter von Beginn an auf alle acht Quotenstartplätze zurückgreifen zu dürfen. Bislang stehen nur deren sieben Startplätze zur Verfügung.
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