In einem fabelhaften Weltcup-Winter aus Schweizer Sicht gab es auch eine Woche der düsteren Momente für zwei Swiss-Ski-Athleten. Gino Caviezel und Josua Mettler stürzten beide innerhalb von 48 Stunden auf der Pista Stelvio in Bormio Ende des vergangenen Jahres und zogen sich schwere Verletzungen zu.
Nach einem Besuch von Blick Sport sprechen beide Athleten nochmals über ihren verhängnisvollen Moment auf der "la Bestia", wie die Stelvio von den Einheimischen häufig genannt wird. Dabei klagten Caviezel und Mettler erneut über den mangelhaften Zustand der Piste, welcher für ihre Stürze verantwortlich gewesen sei.
Der Ostschweizer Abfahrer Mettler stürzt im Training an exakt jener Stelle, an der auch der französische Topfahrer Cyprien Sarrazin, der dabei eine Hirnblutung erlitt, zuvor verunglückte. Der heftige Aufprall in den Fangzaun hatte für Mettler gravierende Folgen: Neben zwei gerissenen Kreuzbändern werden auch Verletzungen am Innenband und Innenmeniskus festgestellt.
"Wenn ich am Start einer Abfahrt stehe, muss ich die hundertprozentige Sicherheit haben, dass ich gesund ins Ziel komme, wenn ich keinen Fehler begehe. Und in diesem Abfahrts-Training habe ich keinen Fehler begangen. Ich bin am Tag vor dem Rennen nie ans Limit gegangen. Trotzdem bin ich mit 120 km/h ins Netz gedonnert, weil die Piste definitiv in keinem guten Zustand war. Die Schneeverhältnisse haben alle zwanzig Meter gewechselt."
Josua Mettler, Blick Sport, 23.04.25
Auch für den Bündner Gino Caviezel endete das Wochenende schmerzhaft. Nach einem Einfädler im Super-G musste er mit einem schweren Schaden am rechten Knie abtransportiert werden.
"Ich habe die Rennen in Bormio bis dahin sehr gerne gehabt, aber bei der letzten Austragung dieses Speed-Klassikers wurde alles übertrieben. Es hat damit angefangen, dass rund 50 Lastwagen Schnee aus einem anderen Skigebiet angekarrt wurden. Somit war der grösste Teil der ‹Stelvio› mit fremdem Schnee bedeckt. Das grösste Problem war, dass die Strecke nicht von oben bis unten gleichmässig gewässert wurde. Somit wechselten sich auf dieser Piste eisige Passagen mit aggressivem Schnee ab, was extrem gefährlich ist. Ich habe mich mit der Startnummer 1 für eine schnelle, aber keine halsbrecherische Linie entschieden. Weil in diesem Super-G die Abfahrtslinie gekreuzt wurde, hat es mir in dieser Spur einen Ski verrissen. Nach meinem Unfall wurde die Piste bei dieser Passage während einer halben Stunde ausgebessert. Das sagt alles über den Zustand der Strecke vor meinem Start aus."
Gino Caviezel, Blick Sport, 23.04.25
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