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Eine unglaubliche Dichte im Schweizer Riesenslalom-Team der Männer

Der Riesenslalom-Kader im Überblick

Ende Oktober geht die Weltcup-Saison wieder los. Die Riesenslalom-Cracks eröffnen in Sölden den Winter. Aus Schweizer Sicht gibt es viel Potenzial, um erneut zahlreiche Siege bejubeln zu können.

Marco Odermatt: Der Beste seines Fachs

Seit vier Jahren gewinnt Marco Odermatt ununterbrochen die kleine Kugel im Riesenslalom. Dazu hat er den Olympiasieg und auch WM-Gold in seiner Paradedisziplin bereits gewonnen. Wenn Odermatt fit ist, geht der Sieg immer über den Schweizer. Das dürfte sich auch im kommenden Winter nicht ändern.

Allerdings hat der vierfache Gesamtweltcupsieger zuletzt Andeutungen gemacht, im Riesenslalom etwas kürzertreten zu wollen. Er habe seinen Zenit als Allrounder erreicht. Zudem könnte Marco Odermatt das eine oder andere Rennen im Riesenslalom auslassen. Wenn der Schweizer, nicht wie zu Beginn der letzten Saison, mehrfach ausfällt, dürfte die kleine Kristallkugel am Ende trotzdem an Odermatt gehen. Er bleibt nach wie vor der Beste seines Fachs.

Loïc Meillard: Kann bei allen Bedingungen siegen

Vom Talent her kann Meillard Odermatt in den technischen Disziplinen das Wasser reichen. In den letzten Jahren hat Loïc Meillard endgültig den Schritt zum konstanten Podest- und auch Siegfahrer geschafft. Diese Entwicklung will der Westschweizer auch im kommenden Winter bestätigen. Zusammen mit seinen Teamkollegen hat er schon für so manchen Doppel- und Dreifachsieg gesorgt. Darauf dürfen sich die Schweizer Skifans auch im kommenden Winter freuen, denn ein Leistungseinbruch von Meillard ist wahrlich nicht zu erwarten.

Thomas Tumler: Spät in der Karriere zum Podestanwärter avanciert

Beim Riesenslalom in Beaver Creek fuhr Thomas Tumler im letzten Dezember erstmals einen Weltcup-Sieg ein. Im Alter von 35 Jahren fuhr der Schweizer zwölf Hundertstelsekunden schneller als Lucas Pinheiro Braathen den Hang hinunter. Eine erfolgreiche Saison krönte Tumler dann an der Weltmeisterschaft in Saalbach-Hinterglemm. Sowohl mit der Mannschaft als auch im Riesenslalom konnte Thomas Tumler die Silbermedaille gewinnen. Seit sich der Bündner nur noch auf den Riesenslalom konzentriert, kann er mit den Besten mithalten und das dürfte auch das Ziel des Routiniers im kommenden Winter sein.

Luca Aerni: Folgt die Bestätigung auch im Riesenslalom?

Erst im letzten Winter hat Luca Aerni den Riesenslalom fest in seinen Rennkalender aufgenommen. Das hat dem Techniker gutgetan. Denn die Resultate im Slalom waren in den letzten Wintern nicht mehr auf dem Niveau, wie sie auch schon waren. In den Rennen mit den grösseren Torabständen konnte Aerni somit etwas Selbstvertrauen tanken.

Luca Aerni steht sowohl im Slalom als auch im Riesenslalom am Start.

Bei einzelnen Rennen hat er auch absolute Topresultate abgeliefert. So fuhr der 32-Jährige in Val d'Isere auf den vierten und auf dem "Chuenisbärgli" im Riesenslalom auf den siebten Platz. Für Aerni folgt im kommenden Winter die Saison der Bestätigung. Es ist ihm absolut zuzutrauen, dass er in beiden technischen Disziplinen den Schritt in die Top 15 macht. Ob es ihm im Riesenslalom auch für ein Olympia-Ticket reichen wird, hängt wohl stark von der internen Konkurrenz ab. Denn anders als bei Weltmeisterschaften bekommt die Schweiz für den Olympiasieg von Odermatt im Jahr 2022 nicht einen fünften Startplatz.

Gino Caviezel: Der Bündner befindet sich auf dem Weg zurück

Gino Caviezel war eines der Opfer in Bormio. Der Schweizer verletzte sich im Super-G schwer und fiel für den Rest des Winters aus. Daher wird die nahende Weltcup-Saison für den Bündner eine Comeback-Saison. Caviezel war zuvor für beständige Leistungen bekannt. Aufs Podest fuhr der 32-Jährige im Riesenslalom zwar erst zweimal, doch er war ein Garant für Platzierungen in den Top-15 und das dürften auch die Erwartungen an Caviezel im kommenden Winter sein, sobald er wieder bei 100 Prozent ist.

Die ersten Schneetrainings hat Caviezel nach der Schulterluxation und der komplexen Knieverletzung bereits wieder absolviert. Ende September musste Gino Caviezel dennoch einen kurzen Zwischenstopp im Spital einlegen. Er unterzog sich einer wohl geplanten Operation. Es sieht nicht danach aus, als würde Caviezel schon in Sölden am Start stehen. Eine Rückkehr später im Winter scheint wahrscheinlicher.

Fadri Janutin: Der nächste Schritt soll erfolgen

Der letzte Winter war von den Resultaten her ein Rückschritt. Nachdem Fadri Janutin in der Saison 2023/2024 sechsmal in einem Riesenslalom in die Punkte fuhr, reduzierte sich das im vergangenen Winter auf zwei Rennen. In Beaver Creek wurde Janutin 21. und in Alta Badia 25. Da ist der 25-Jährige wohl seinen eigenen Ansprüchen nicht wirklich gerecht geworden. Der Schweizer muss wieder zulegen. Es ist auch für die Kaderbreite in der Zukunft wichtig, dass Fadri Janutin einen Schritt nach vorne macht. Denn die meisten Leistungsträger im Schweizer Team sind einige Jahre älter als Janutin.

Livio Simonet: Zuverlässiger in den zweiten Lauf vordringen

Achtmal stand Livio Simonet im letzten Winter in einem Weltcup-Riesenslalom am Start. Nur einmal konnte der Schweizer in den zweiten Lauf vordringen - beim Auftakt in Sölden. Als 27. konnte er in Österreich einzelne Weltcup-Punkte abgreifen. Es fällt dabei auf, dass Simonet zuverlässig das Ziel erreicht. Nur einmal stürzte Simonet, wie zuletzt im Training. Das letzte Risiko scheint der 27-Jährige also noch nicht einzugehen. Vielleicht wäre das aber notwendig, um Exploits zu schaffen und den Startplatz nachhaltig zu verbessern.

Lenz Hächler: Mit dem Fixstartplatz im Weltcup durchstarten

Die ersten drei Fahrer in einer Disziplinenwertung im Europacup sichern sich einen Fixstartplatz im Weltcup. Lenz Hächler gewann im letzten Jahr sogar die Riesenslalom-Wertung und darf daher nun ohne Druck, schon von Beginn weg performen zu müssen, im Weltcup Anlauf nehmen. Fünfmal stand Hächler schon im Weltcup am Start. Im letzten Frühling schaffte er es in Kranjska Gora gar in den zweiten Lauf, schied dort aber aus.

Einmal stand Hächler schon im zweiten Durchgang in einem Weltcup-Riesenslalom.

Der Sommer verlief für Lenz Hächler nicht ohne Komplikationen. Gleich zwei Verletzungen bremsten den 22-Jährigen aus. Zuletzt war es eine Teilruptur der Aussenbänder im rechten Fussgelenk, die Hächler zu einer Pause zwang. Hächler konnte daher nicht wie eigentlich geplant mit dem Team nach Südamerika reisen, um dort auf Schnee zu trainieren. Die Reha verlief allerdings positiv, dennoch wird es bis zum Auftakt in Sölden ein Kampf gegen die Zeit. Es ist zu hoffen, dass Hächler seinen Fixstartplatz möglichst optimal ausnutzen kann und sich damit im Weltcup fest etabliert.

Justin Murisier: Wohl kein Comeback im Riesenslalom

Die ersten Erfolge im Weltcup feierte Justin Murisier im Riesenslalom. Doch in den letzten Saisons entwickelte er sich mehr und mehr zum Speedspezialisten. Zudem wird Murisier immer wieder von seinem Körper ausgebremst. Daher ist es unrealistisch, dass der 33-Jährige weiterhin in drei Disziplinen am Start stehen wird. Schon im letzten Winter hat Murisier auf einige Riesenslalom-Rennen bewusst verzichtet. Auch im kommenden Winter wird der Riesenslalom in den Planungen des Routiniers eine untergeordnete Rolle spielen.

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2025-10-15 23:00:58