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Letzte österreichische Kugel-Gewinnerin im Riesenslalom sieht Scheib in 'privilegierter' Position gegen Rast

89 Punkte trennen die beiden Fahrerinnen

Zehn Jahre lang herrschte im österreichischen Frauen-Riesenslalom-Team eine Durststrecke. Dank Julia Scheib hat Österreich wieder eine Siegfahrerin und womöglich auch bald wieder eine Kugel-Gewinnerin. Es wäre die erste Riesenslalom-Kugel für die Frauen von Ski Austria seit Eva-Maria Brem.

Es war eine statistische Last, die schwer auf den Schultern der ÖSV-Technikerinnen wog: 79 sieglose Riesenslaloms in Folge, fast ein Jahrzehnt ohne Triumph. Julia Scheib beendete diese Serie im Oktober beim Saisonauftakt in Sölden spektakulär. Am Samstag beim vorletzten Saisonrennen im schwedischen Åre kann die 27-Jährige nun in der Riesenslalom-Wertung den Sack zumachen.

Eva-Maria Brem, in der Saison 2015/16 die bisher letzte österreichische Kugel-Gewinnerin, beobachtet die Entwicklung ihrer Nachfolgerin mit Wohlwollen. "Ich freue mich in erster Linie für Julia und die Mannschaft", so Brem bei LAOLA1. Dass ihr eigener Name nun wieder vermehrt in den Schlagzeilen auftaucht, sieht die 35-Jährige gelassen: "Es ist Julias grosser Moment, die Aufmerksamkeit sollte ganz ihr gelten."

Reifeprozess und Materialglück

Dass Scheib das Potenzial für die Weltspitze hat, war laut Brem intern längst bekannt. Doch der Weg nach oben sei steinig gewesen. "Ein schneller Schwung allein reicht nicht. Man muss langfristig fit sein, das Material muss passen - es müssen so viele Faktoren zusammenstimmen", erklärt Brem. Scheib wirke auf sie mittlerweile "sehr gereift und erwachsen". Besonders die Fähigkeit, zwischen den Durchgängen die Abstimmung anzupassen, zeuge von grosser Erfahrung und einer stabilen mentalen Verfassung.

Die "brutal privilegierte" Drucksituation

Vor dem vielleicht entscheidenden Wochenende in Schweden wächst der Erwartungsdruck. Für Brem ist dies jedoch kein Hindernis, sondern eine Auszeichnung. "Julia ist in einer brutal privilegierten Situation, weil sie es selbst in der Hand hat. Sie muss nicht auf Fehler der anderen hoffen", analysiert die Tirolerin. Scheib sei momentan schlicht "die Beste" in dieser Disziplin. Der Druck, den eine Kugel-Entscheidung mit sich bringt, könne laut Brem sogar "total erfüllend" sein, wenn man ihn als Belohnung für die jahrelange Arbeit begreift.

Analyse der ÖSV-Flaute: Die nicht so starke zweite Reihe

Auf die Frage, warum Österreich zehn Jahre auf eine neue Spitzenkraft im Riesentorlauf warten musste, findet Brem klare Worte. Sie sieht die Ursache in einer Lücke zwischen den Generationen. Nach der Ära um Nicole Hosp, Kathrin Zettel und Marlies Schild sei es nicht gelungen, den Unterbau konsequent "bei Laune zu halten".

"Wenn die Plätze im Weltcup vergeben sind und man nie bei einem Grossereignis dabei sein kann, überlegt man irgendwann, ob es das wert ist", so Brem. Das Management der "zweiten Reihe" sei die grösste Herausforderung für grosse Ski-Nationen, um Wellenbewegungen in der Erfolgsbilanz zu vermeiden. Mit Julia Scheib scheint der ÖSV nun das Tal durchschritten zu haben.

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2026-03-12 20:38:57

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14.03.2026 10:00

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