Bis zu den letzten Rennen blieb es spannend in den meisten Kugelentscheidungen. Wir möchten aber nicht nur diese Entscheidungen und wer am Schluss gewonnen hat unter die Lupe nehmen, sondern auch, welche Athletinnen und Athleten während der Saison besonders überzeugen, und einen Schritt nach vorne machen konnten.
Bei dieser Auswahl beschränken wir uns auf fünf Männer und fünf Frauen. Natürlich gibt es noch viele Aufsteiger und Gewinnerinnen mehr, diese werden in der Kategorie "Honourable Mentions" aufgelistet. Dort sind Athletinnen, die in den Disziplinenwertungen grosse Sprünge gemacht haben, darunter Athletinnen und Athleten, die nach Verletzungen speziell gut zurückgekommen sind.
Im Slalom konnte sich Marco Schwarz nur gerade um einen Rang verbessern. Deutlich grösser war der Rangunterschied zu letzter Saison aber im Riesenslalom. Bereits zum Saisonauftakt forderte der Allrounder in Sölden seinem Namensvetter Marco Odermatt alles ab, in Alta Badia konnte er kurz vor Weihnachten gar gewinnen. Nach dem Jahreswechsel glückte es ihm – wie in eigentlich allen Disziplinen – nicht mehr wie gewünscht, trotzdem konnte er sich auf dem fünften Rang in der Riesenslalomwertung festsetzen.
Unvergessen bleiben die Bilder nach der WM-Team-Kombination 2025, nicht viel anders sah es bei Olympia 2026 aus. Alex Vinatzer verliessen in den wichtigen Momenten zuletzt immer wieder die Nerven, im Riesenslalom konnte er aber einen weiteren grossen Schritt nach vorne machen. Sein Highlight war sicherlich der zweite Platz von Beaver Creek – sein erster Podestplatz im Riesenslalom.
Der 23-Jährige sicherte sich dank des zweiten Ranges in der Europacup-Riesenslalomwertung des vergangenen Jahres einen Fixstartplatz, durfte aber im norwegischen Team in beiden technischen Disziplinen antreten und tat dies ganz stark. Im Riesenslalom sicherte er sich erstmals Weltcuppunkte und wurde schlussendlich 28. in der Wertung, im Slalom konnte er sich gar Rang 16 erkämpfen – mit vier Top-10-Plätzen und dem fünften Rang in Madonna di Campiglio als Highlight.
Geht es um Aufsteiger, so darf natürlich der junge Franzose nicht fehlen. Vor dieser Saison war ein neunter Rang sein Bestresultat. Dieses schraubte er mit dem sechsten Rang in Levi bereits hoch, konnte eine Woche später in Gurgl sein erstes Weltcuprennen gewinnen. In Adelboden doppelte er mit seinem zweiten Weltcupsieg nach. Auch wenn es ihm anschliessend nicht mehr ganz so gut lief, wurde er in der Wertung schlussendlich Siebter.
Das enorme Potenzial des Finnen war bereits vor der Saison bekannt, ins Ziel brachte er aber nur äusserst selten zwei gute Läufe. In dieser Saison löste sich dann der Knoten und Hallberg konnte bereits beim Slalom-Auftakt in der Heimat auf den dritten Rang fahren. Später folgten Podestplätze in Madonna di Campiglio und beim Weltcupfinale, womit schlussendlich der achte Rang herausgeschaut hat.
Natürlich darf die Deutsche in keinem Saisonrückblick fehlen. Was die 22-Jährige in dieser Saison geleistet hat, war schlicht Weltklasse. Im Slalom wurde sie zur regelmässigen Podestfahrerin und wurde am Ende Sechste. Der Riesenslalom bleibt zwar deutlich ihre schwächste Disziplin, Aicher zeigte jedoch in den letzten beiden Rennen, dass mit ihr in Zukunft auch in dieser Disziplin auf dem Podest zu rechnen ist.
Mikaela Shiffrin als Aufsteigerin? Ja! Nach ihrer Verletzung im Januar 2024 kam sie eigentlich nur im Slalom wieder auf Touren. Beim vierten Rang zum Saisonauftakt dachten viele vielleicht noch, dass es auch etwas Glück war. Diesen Zweiflern zeigte es Shiffrin aber wie gewohnt. Nur im zweiten und im letzten Riesenslalom der Saison war sie nicht unter den besten sechs klassiert, konnte in Spindlermühle gar aufs Podest fahren und ist auch im Riesenslalom wieder Weltklasse.
Die Italienerin hat unglaublich viel Power in ihrer Fahrweise. Dies wurde ihr lange des Öfteren zum Verhängnis und wurde mit Ausfällen bestraft. In dieser Saison zahlte sich das Risiko endlich aus: Zwar wartet die 27-Jährige weiterhin auf das absolute Top-Resultat, kam aber in 17 ihrer 20 Weltcuprennen in dieser Saison ins Ziel und machte im Riesenslalom einen Sprung von Rang 32 auf 11, im Slalom immerhin von 25 auf 14.
Nur sechsmal fuhr die Französin in den vorherigen zwei Saisons in die Punkte. In dieser Saison kamen gleich zehn Top-30-Resultate hinzu, womit die 24-Jährige in jedem einzelnen Slalom punkten konnte. Ähnlich wie Della Mea blieb bei ihr der Sprung nach ganz vorne – ein neunter Rang ist ihr Bestergebnis – aus, trotzdem setzte sie sich als Elfte in der zweiten Startgruppe fest, nachdem sie in der vergangenen Saison nur 39. im Weltcup wurde und dank einer starken WM überhaupt unter den besten 30 starten durfte.
Was Selbstvertrauen ausmachen kann, zeigt Katharina Truppe. Die Österreicherin hatte vor der WM 2025 kaum ein Wort zu melden, Top-10-Platzierungen waren das Höchste aller Gefühle. Nach WM-Bronze in der Team-Kombi kam die 30-Jährige aber richtig in Fahrt. In dieser Saison war sie nur zum Saisonauftakt nicht unter den besten sieben klassiert, anschliessend immer. In Flachau schaffte sie es als Dritte gar aufs Podest und forderte Wendy Holdener bis zum Schluss im Kampf um das Disziplinenpodest.
Alex Vinatzer Armand Marchant Atle Lie McGrath Camille Rast Deutscher Skiverband Dominic Hodel Eduard Hallberg Eirik Hystad Solberg Eliane Christen Emma Aicher Fédération française de ski Federazione Italiana Sport Invernali Julia Scheib Katharina Truppe Lara Della Mea Marco Schwarz Marion Chevrier Matthias Iten Mikaela Shiffrin Norges Skiforbund Paco Rassat Sam Maes Ski Alpin Ski Austria Sue Piller Swiss-Ski US Ski Team Vanessa Kasper welovesnow.ch