Vicky Bernardi, eines der grössten Speed-Talente Südtirols, steht vor einer neuen Herausforderung: Sie wurde aus dem Nationalkader des italienischen Wintersportverbands FISI ausgeschlossen. Die 22-Jährige, die bereits eine Silbermedaille bei der Junioren-WM gewonnen und mit 21 Jahren in die Top 20 des Weltcups gefahren ist, sieht die Entscheidung jedoch nicht als Rückschlag, sondern als Ansporn.
"Ich habe bis zuletzt gehofft, dass ich meine Chance bekommen werde. Der Stachel sitzt aber nicht allzu tief. Nach zwei Tagen hatte ich es schon verdaut", sagte Bernardi gegenüber SportNews.bz.
Die Gadertalerin kämpfte in der letzten Saison mit anhaltenden Rückenproblemen, die ihre Leistungen beeinträchtigten. Seit Januar 2026 hat sie mit konstanten Schmerzen zu kämpfen, die durch eine Bandscheibenprotrusion verursacht werden. "Zu Beginn traten die Schmerzen nur phasenweise auf und klangen nach ein bis zwei Wochen wieder ab. Seit Januar halten sie jedoch kontinuierlich an", erklärte sie. Die Behandlung in Innsbruck mit Physiotherapie habe zwar geholfen, jedoch benötige die Genesung noch Zeit. "Es geht darum, Geduld zu haben, denn Rückenprobleme sind eine langwierige Sache."
Der Ausschluss aus dem Kader bedeutet auch, dass Bernardi keinen Servicemann mehr an ihrer Seite hat. Besonders schmerzlich, da sie im Frühling nach über einem Jahrzehnt ihren Ski-Ausrüster gewechselt hat. "Ich muss mit dem neuen Material erst noch vertraut werden und vieles lernen", sagte sie. Auf den Hersteller ihrer neuen Ski will sie sich jedoch noch nicht festlegen. Der Wechsel zu einem neuen Ausrüster habe ihr jedoch wieder Motivation gegeben: "Ich war die einzige Frau im Speed-Bereich, die Nordica fuhr. Gepaart mit meinen physischen Problemen hatte ich etwas die Motivation verloren. Mit dem Wechsel ist sie wieder zurück."
Trotz der Enttäuschung bleibt Bernardi optimistisch. Für die kommende Saison plant sie, ab nächster Woche mit ihrer Sportgruppe der Carabinieri auf dem Gletscher zu trainieren. "Anschliessend werden wir gemeinsam ein Programm aufstellen. Ab Oktober darf ich bei Speed-Trainings mit der B-Gruppe mitfahren. Das ist sehr hilfreich, weil ich ja nicht nach Argentinien fliege und es sehr schwer ist, Trainingsmöglichkeiten im Super-G und in der Abfahrt zu finden", so Bernardi.
Die enge Freundschaft zu den Athletinnen Teresa Runggaldier und Sara Thaler, die in der kommenden Saison in der A-Mannschaft starten, hilft ihr, die schwierige Zeit zu überstehen. "Wenn, dann wäre ich sowieso in die B-Gruppe gekommen, die aus vielen sehr jungen Athletinnen besteht, die ich nicht allzu gut kenne. Angesichts dessen kann ich den Ausschluss schon verkraften", erklärte die Speed-Spezialistin gegenüber der genannten Quelle.
Damian Möschinger Federazione Italiana Sport Invernali Ski Alpin Vicky Bernardi welovesnow.ch