Die Pläne des Weltverbands FIS, künftig fast in jedem Winter eine alpine Ski-Weltmeisterschaft auszutragen, sorgen im Zirkus für mächtig Gesprächsstoff. Während der ÖSV und prominente Stimmen wie Beat Feuz die Befürchtung äussern, dass WM-Titel dadurch entwertet werden könnten, zeigt sich Swiss-Ski kooperationsbereit. Co-CEO Diego Züger sieht darin eine klare wirtschaftliche Chance - knüpft seine Zustimmung jedoch an strikte Bedingungen.
Werden WM-Medaillen im alpinen Skisport bald fast jedes Jahr vergeben? Geht es nach der FIS, wird der bisherige Zweijahresrhythmus ab 2032 aufgeweicht. Abgesehen von den Olympia-Jahren soll demnach in jedem Winter ein Weltmeisterschafts-Klassiker stattfinden.
Auf Schweizer Seite stossen diese Pläne keineswegs auf taube Ohren. Swiss-Ski-Co-CEO Diego Züger bewertet gegenüber dem Blick den Vorstoss im Grundsatz positiv und plädiert für eine sachliche Aufarbeitung der Vor- und Nachteile. "Die Idee ist absolut prüfenswert, wir sind grundsätzlich offen dafür. Wir sehen es als Chance. Wir reden ja nicht von einer Verdopplung der WM-Anzahl. Es wäre eine WM mehr in vier Jahren. Das kann, wenn richtig aufgesetzt, einen Mehrwert bringen."
Dass Kritiker - darunter arrivierte Weltcup-Athleten und Ex-Profis - eine Verwässerung des WM-Status befürchten, streitet Züger nicht ab. Dennoch greife eine reine Reduktion auf dieses Risiko zu kurz. "Das ist ein negativer Aspekt, der berücksichtigt werden muss. Aber das Thema ist im grösseren Kontext zu sehen. Man muss die positiven und negativen Punkte gegeneinander abwägen."
Für Swiss-Ski ist jedoch klar: Eine zusätzliche Weltmeisterschaft darf nicht isoliert in den Rennkalender hineingepflanzt werden. Um den Skisport nachhaltig zu stärken und das Gesamtprodukt für Fans, Medien und Sponsoren attraktiv zu halten, brauche es eine grundlegende Überarbeitung der gesamten Saisonstruktur.
"Das Wichtigste ist eine übergreifende Weiterentwicklung und Planung des ganzen Kalenders inklusive des gesamten Weltcups. Damit der Skisport als attraktives Paket den Sponsoren und TV-Rechteinhabern angeboten werden kann."
Diego Züger, Blick, 08.09.26
Wenig Verständnis zeigt Züger hingegen für Gedankenspiele innerhalb der FIS, den Rhythmus möglicherweise schon ab 2028 umzustellen. Ein solcher Frühstart greife deutlich zu kurz - nicht zuletzt aufgrund der bestehenden, bis 2029 vertraglich gebundenen Rechtepakete. "Das ist zu kurzfristig und bringt keinen Mehrwert."
Der Schweizer Verband versperrt sich Reformen im Rennkalender keineswegs und erkennt die finanziellen Chancen für den gesamten Zirkus. Ein Schnellschuss wird von Swiss-Ski-Seite jedoch klar abgelehnt - gefordert wird eine saubere, langfristige Planung im Sinne des gesamten Skisports.
Damian Möschinger Diego Züger FIS Ski Alpin Swiss-Ski welovesnow.ch