Die Schweizer Männer sind seit Jahren überragend – nicht nur im Weltcup, sondern auch im Europacup. Dies war auch in der vergangenen Saison so, als gleich sechs der begehrten 13 Fixstartplätze in die Schweiz gingen. Doch auch die restlichen sieben Namen sind äusserst interessant.
Erst ganz am Schluss konnte Lenz Hächler die Gesamtwertung im Europacup noch gewinnen, nachdem es noch im Januar ganz schwierig ausgesehen hat. Durch den Gesamtsieg darf Hächler in allen Disziplinen starten, im Slalom dürfte man ihn allerdings nicht sehen.
Hächler hätte sich aber ohnehin auch im Super-G den Fixstartplatz gesichert. Aus Schweizer Sicht kommen Sandro Manser und Gael Zulauf (Abfahrt), sowie Sandro Zurbrügg und Fadri Janutin (Riesenslalom) noch hinzu. Einzig im Slalom gab es für die Schweizer keine Fixstartplätze.
Unter den besten acht Abfahrern der vergangenen Europacupsaison waren gleich fünf Schweizer vertreten. Den Sieg in der Disziplinenwertung hat sich allerdings schlussendlich der Franzose Ken Caillot gesichert, der am Schluss 15 Punkte gegenüber Sandro Manser über die Ziellinie rettete.
Es war tatsächlich ein Retten, denn im letzten Rennen der Saison gab es nur Rang 14 und damit 18 Punkte. Diese hat es schlussendlich auch gebraucht. Zuvor gab es allerdings zwei Siege und drei weitere Podestplätze. Durch seine Leistungen durfte er bereits in der Vergangenheit immer wieder im Weltcup starten. Aus seinen zwölf Weltcupstarts resultierten allerdings noch nie Punkte.
237 Punkte hatte Lenz Hächler zum Ende der Saison als Sieger der Super-G-Wertung Vorsprung auf den Zweitklassierten. Dieser hört auf den Namen Manuel Traninger und hatte selbst 97 Punkte Vorsprung auf Rang 3, gar 103 Punkte Vorsprung auf Lars Rösti auf Rang 4.
Der Österreicher überzeugte mit zwei Siegen und einem zweiten Rang aus sechs Rennen. Dass es nicht wie bei Hächler acht Rennen wurden, liegt daran, dass der 27-Jährige im Dezember und Januar auch noch mit dem Weltcuptross unterwegs war und in Kitzbühel als 24. gar Punkte holen konnte. Es war gleichzeitig sein bestes Ergebnis in seinen insgesamt 23 Weltcupstarts.
Wie bereits oben erwähnt, war es im Super-G am Schluss eine klare Sache und Adrien Fresquet dadurch auch weit davon entfernt, um den Disziplinensieg oder auch nur den zweiten Rang mitzureden. Für den Fixstartplatz hat er schlussendlich dank eines dritten Ranges beim Saisonfinale Lars Rösti noch überholen können.
Es war erst der zweite Podestplatz der Saison, nachdem der Franzose vor allem bei den Rennen in Bosnien im Februar viel Mühe bekundet hatte. Mühe trifft es auch, wenn es um die Weltcupresultate des 26-Jährigen geht. 19-mal durfte sich Fresquet auf höchstem Niveau bisher beweisen, Punkte gab es nur einmal – bei einem 29. Rang in Kvitfjell im Februar 2024.

Lange sah es für den Norweger gut aus, gar die Gesamtwertung zu gewinnen. Diesen Sieg verpasste er aber später, genau so wie das Disziplinenpodest im Slalom. Im Riesenslalom sicherte sich Hans Grahl-Madsen den dritten Rang gerade noch so hinter Zurbrügg und Janutin, aber eben vor Tobias Kastlunger.
Die Saison begann eigentlich überragend, mit dem Sieg in Zinal. Ausfälle und kleine Verletzungen überschatteten danach allerdings weitere, noch immer gute Ergebnisse. Immerhin gab es beim Saisonfinale noch einmal einen Sieg. Immer wieder startete er auch im Weltcup und fuhr im Dezember in Val d'Isere auf den sensationellen sechsten Slalom-Rang. In seinen sieben WC-Riesenslaloms wartet er noch auf Punkte.
Im Slalom stellt Swiss-Ski zwar den Olympiasieger und Weltmeister, auf eine zweite gute Garde wartet man allerdings weiterhin. Den Disziplinensieg sicherte sich Hugo Desgrippes mit 56 Punkten Vorsprung auf den ersten Konkurrenten. Aus Schweizer Sicht war Sandro Simonet als Sechster der Beste.
Der Saisonstart des Franzosen war mit zwei dritten Plätzen vor dem Jahreswechsel ganz akzeptabel, den Unterschied schaffte er aber in den letzten drei Saisonrennen mit einem Sieg und zwei zweiten Plätzen. Der 26-Jährige hat mit 29 Weltcupstarts schon einen schönen Rucksack gepackt, häufig Grund zum Jubeln hatte er allerdings nicht. Ausser bei diesem verrückten Slalom in Val d'Isere, als er mit Rang 12 das beste Resultat seiner Karriere realisierte.

Die Franzosen feierten in der Slalomwertung gleich einen Doppelsieg, auch wenn es für August Aulnette am Ende noch knapp wurde. Beim letzten Rennen sprang er trotz eines mit Rang 15 eher enttäuschenden Rennens noch auf Rang 3 – dank eines Ausfalls seines Konkurrenten.
Richtig viele Punkte gab es für den 23-Jährigen vor dem Jahreswechsel, als er sich in Val di Fassa den Sieg sicherte. Einen Monat später wurde er in Crans-Montana Zweiter. Im Weltcup startete Aulnette bisher zehnmal, und nach dem bisherigen Text dürfte es wohl kaum überraschen, dass auch er in Val d'Isere mit dem elften Rang so gut war wie noch nie zuvor. Mit Rang 15 in Kranjska Gora konnte er diesen Exploit im März bestätigen.
Noch vor dem letzten Rennen der Saison war der Italiener der Führende in der Disziplinenwertung. Durch den Ausfall in Saalbach musste er die beiden Franzosen noch an sich vorbeiziehen lassen und profitierte davon, dass Grahl-Madsen nach dem ersten Lauf disqualifiziert wurde. Der Norweger hatte nur 20 Punkte Rückstand und hätte Tommaso wohl locker eingeholt.
Der 25-Jährige liess häufig die Konstanz vermissen. Nur in fünf der neun Saisonrennen erreichte er das Ziel, in vier dieser fünf Rennen gab es einen Podestplatz. Das Highlight war dabei der Sieg im spanischen Baqueira-Beret. Auf ein Highlight muss er im Weltcup hingegen weiterhin warten. In seinem letzten seiner bisher 20 Weltcuprennen gab es immerhin zum ersten Mal Punkte.
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