Seit etwas mehr als 100 Tagen ist Alexander Ospelt Präsident des Internationalen Skiverbands. Im Gespräch mit SRF spricht der Liechtensteiner über seine knappe Wahl, seine Pläne für die FIS und den umstrittenen Wunsch nach fast jährlichen Weltmeisterschaften.
Alexander Ospelt ist seit dem 11. Juni Präsident des Internationalen Skiverbands FIS. Der Liechtensteiner setzte sich bei der Wahl mit lediglich 65:64 Stimmen gegen seinen Vorgänger Johan Eliasch durch. Rund 100 Tage später zieht der 58-Jährige im Gespräch mit SRF eine erste Bilanz.
"Es hat sich viel in meinem Leben verändert", sagt Ospelt. Gerade die ersten Tage seien von viel organisatorischer Arbeit geprägt gewesen. Mittlerweile habe sich das neue Führungsteam gefunden. "Jetzt aber sind wir ein gutes Team und führen gemeinsam die FIS."
Dass er die Wahl gegen Eliasch nur hauchdünn gewann, habe ihn nicht überrascht. Ospelt betont jedoch, dass er trotz des knappen Resultats keine Spaltung innerhalb der FIS sehe. Nach seiner Wahl habe er viele Glückwünsche erhalten, auch von Athletinnen und Athleten.
Für Gesprächsstoff sorgt insbesondere Ospelts Idee, künftig deutlich häufiger Weltmeisterschaften auszutragen. Ab 2032 sollen in allen nicht-olympischen Jahren FIS-Weltmeisterschaften stattfinden. Ospelt hält die Kritik daran für nachvollziehbar, erklärt aber seine Motivation: "Ich empfand es ungerecht, dass nicht jedes Jahr eine WM stattfindet."
Auch wirtschaftliche und geografische Gründe spielen für ihn eine Rolle. Mit zusätzlichen Weltmeisterschaften könnten laut Ospelt neue Märkte wie Japan, China oder Südkorea erschlossen werden. Eine Entscheidung über die Umsetzung sei allerdings noch nicht gefallen.
Gleichzeitig will Ospelt nach der umstrittenen Amtszeit von Johan Eliasch einen anderen Kurs einschlagen. "Ich versuche, das Beste für die FIS zu machen", sagt der neue Präsident. Dabei setzt er auf einen überzeugenden und authentischen Weg, um die Mitgliedsverbände hinter sich zu bringen.
Neben der WM-Frage stehen für Ospelt weitere grosse Themen an. Klimawandel, Sicherheit und die Finanzen des Weltverbands gehören zu den Herausforderungen, mit denen sich der neue FIS-Präsident in seiner Amtszeit beschäftigen muss.
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