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Janka über Skidominator Odermatt: 'Er kann eigentlich nur verlieren'

Skilegende erwartet viele Schweizer WM-Medaillen

Marco Odermatt steht unter Druck. Als dominierender Skistar der letzten Jahre scheint vom 28-jährigen Nidwaldner nichts anderes als Siege erwartet zu werden. "Wenn du den Standard hast wie er, dann ist der gegen aussen hoch. Man muss fast eine Siegfahrt machen, damit wir zufrieden sind", sagt Carlo Janka im Gespräch mit Blick. Der Olympiasieger von 2010 warnt aber vor zu hohen Erwartungen: "Er kann eigentlich nur verlieren."

Janka sprach ausführlich über den Schweizer Skisport und seinen Nachfolger als Aushängeschild des Landes. Trotz aller Anerkennung für "Odi" ist sich Janka bewusst, dass die Zeit auch an ihm nicht spurlos vorübergehen wird. "Der Körper wird vielleicht irgendwann auch älter. Aber die Erfahrung wird grösser, er weiss sich besser einzuteilen."

Odermatts kleine Verletzungspause im August könnte ihm sogar geholfen haben, ein wenig zur Ruhe zu kommen. Doch wie lange er noch im Riesenslalom antreten wird, bleibt offen. Odermatt hat bereits mehrfach angedeutet, dass es nicht ewig so weitergehen werde. Dennoch hofft er, den Schweizer Ausnahmekönner noch lange in der technischen Disziplin bewundern zu können. "Es ist ein Genuss, ihm zuzuschauen."

Janka erwartet an der Heim-WM viele Schweizer Medaillen

Ein Höhepunkt der kommenden Saison wird zweifelsohne die Heim-Weltmeisterschaft 2027 in Crans-Montana sein. Für Janka ist klar: "Die wird sehr wichtig sein, und da müssen entsprechend Medaillen kommen." Ebenso sei es essenziell, dass die Schweiz in der Nationenwertung wieder an der Spitze steht. Die Erwartungen sind also entsprechend hoch.

Bei den Frauen sieht die Schweizer Skilegende eine Umbruchphase nach Lara Gut-Behrami. "Wenn ein Wechsel kommt, muss man halt kurz wieder warten, bis die Nächsten da sind." Hoffnung gibt es bei den Männern: Der 22-jährige Lenz Hächler könnte der nächste Star sein. "Das ist einer, der nachkommt", so Janka. Er warnt jedoch auch, dass man nicht zu früh mit den Vergleichen mit einem Odermatt anfangen sollte. Der Nidwaldner sei nun einmal "eine Ausnahmeerscheinung."

Die grössten Sorgen macht sich Janka in der Disziplin Slalom: "Vergangenes Jahr hatten wir etwas mehr Mühe im Slalom. In den anderen Disziplinen sind wir dagegen gut aufgestellt - wenn alle verletzungsfrei bleiben."

"Je mehr du machst, desto weniger Wert hat es"

Kritisch sieht Janka die Pläne der FIS, die Ski-WM jährlich auszutragen. "Je mehr du es machst, desto weniger Wert hat es." Er könne die Idee aus vermarktungstechnischer Sicht jedoch verstehen. Sportlich würde die WM jedoch deutlich an Reiz verlieren. "Die Olympischen Spiele sind gerade wegen ihrer Seltenheit speziell. Es ist einfach etwas anderes."

Carlo Janka ist definitiv einer, der weiss, wovon er spricht. Schliesslich gewann der Obersaxer in seiner Karriere einmal den Gesamtweltcup, einmal WM- und einmal Olympiagold. Seine Karriere beendete der heute 39-Jährige am 15. Januar 2022.

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2026-09-26 10:30:43