Eine Muskelfaserzerrung bremste Marco Odermatt in der Sommervorbereitung kurzzeitig aus. Zwar fehlen dem Gesamtweltcupsieger dadurch wertvolle Schneetage, doch vor dem Saisonauftakt in Sölden bewahrt der Nidwaldner kühlen Kopf.
Der Vorbereitungssommer verlief für Ski-Dominator Marco Odermatt nicht ganz nach Wunsch. Wegen einer kleinen Muskelverletzung musste der Schweizer das Trainingslager in Chile mit Verspätung antreten und reiste früher wieder ab. Trotz des verpassten Pensums gibt sich Odermatt vor dem Winterauftakt gewohnt optimistisch.
"Es war wirklich nur etwas ganz Kleines, bezüglich des Zeitpunkts aber nicht optimal", blickt Odermatt beim SRF auf seine Verletzung zurück. In Chile konnte er in der zweiten Woche zwar wieder beschwerdefrei trainieren, doch die fehlenden Tage schmerzen dennoch - insbesondere aufgrund seines enormen Pensums. Die Schneetage, die er in Chile erlebte, seien aber "sehr gut" gewesen.
Da der 28-Jährige in drei Disziplinen an den Start geht, muss er seine Zeit auf dem Schnee stets aufteilen. "Ich habe sonst schon eigentlich immer in jeder Disziplin weniger Tage als jeder andere Spezialist", erklärt Odermatt. Fehlen dann noch zusätzliche Tage, mache sich das beim Materialtest und der Feinabstimmung bemerkbar. "Aber wir haben zum Glück noch ein paar Wochen Zeit."
Nervös wird der Gesamtweltcupsieger deswegen allerdings nicht. "Ich muss die Welt nicht neu erfinden. Ich habe meine Sachen, von denen ich weiss, dass sie funktionieren", stellt der Schweizer klar. Es gehe nun vor allem darum, das gewohnte Vertrauen in den Körper, die Bewegungen und das Material wieder aufzubauen.
Wo die letzten Schwünge vor dem Riesenslalom in Sölden gezogen werden, steht aufgrund der milden Temperaturen noch nicht fest. Mögliche Optionen sind die Diavolezza im Engadin oder die Gletscher in Österreich und Südtirol. Den Wetterbericht studiert Odermatt dabei nicht täglich: "Ich bin nicht der Wetterbericht-Anschauer. Es gibt genug Leute, die das machen und die richtigen Entscheidungen für uns treffen."
Die schneefreien Tage nutzt der Nidwaldner derweil intensiv im Konditionsbereich: So bleibt Zeit, das Krafttraining nachzuholen, das im intensiven Chile-Monat und aufgrund seiner Verletzung etwas zu kurz kam.
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