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Von Allmen setzt auf Konstanz und dämpft Riesenslalom-Erwartungen

Schweizer über Umgang seiner neuen Popularität

Nach einem beeindruckenden Erfolgsjahr und intensiven Vorbereitungswochen im chilenischen Schnee blickt der Schweizer Speed-Spezialist Franjo von Allmen auf die anstehende Weltcup-Saison. Im Interview mit dem SRF spricht der 25-Jährige über den Umgang mit der neuen Popularität in seiner Heimat, die Erkenntnisse aus dem Trainingslager in Südamerika und seine langfristigen Ziele mit Blick auf die Heim-WM und die Kristallkugeln.

Für den Schweizer Skirennfahrer Franjo von Allmen hat sich nach seinen grossartigen Erfolgen in der vergangenen Saison auf den ersten Blick vieles verändert, auf den zweiten Blick jedoch überraschend wenig. Trotz gestiegener öffentlicher Wahrnehmung und zahlreicher neuer Verpflichtungen abseits der Skipiste legt der Berner Oberländer grossen Wert darauf, seine Bodenständigkeit und gewohnte Routine beizubehalten.

Transparente im Heimatdorf als Motivationsspritze

Die Rückkehr in sein Heimatdorf Reidenbach nach den triumphalen Auftritten verlief emotional. "Als ich von Olympia heimgekommen bin, war es finster, da habe ich nur ein paar vereinzelt gesehen. Aber als ich das erste Mal bei Tageslicht dort durchgefahren bin, war das schon ein spezielles Gefühl", erinnert sich von Allmen im Gespräch. Fast an jedem zweiten Haus hingen Transparente und Unterstützungserklärungen.

Dass die Dorfgemeinschaft ihn nicht erst seit seinen Medaillengewinnen, sondern bereits vor den grossen Durchbrüchen unterstützt hat, schätzt der 25-Jährige besonders hoch ein: "Das ganze Dorf hat so mitgefiebert. Und jetzt zusammen so ein bisschen den Erfolg feiern zu dürfen, ist unheimlich schön." Diese Bilder und Erinnerungen dienen ihm auch in harten Einheiten der Sommer-Vorbereitung als wichtige Stütze. Wenn der Schweiss im Kraftraum fliesst und das Erreichen der Belastungsgrenzen Überwindung kostet, ruft er sich diese Momente gerne ins Gedächtnis, um den Sinn hinter dem harten Training zu verankern.

Positives Schneecamp in Chile - Fokus bleibt auf den Speed-Disziplinen

Zuletzt feilte von Allmen im chilenischen Schneetraining intensiv an seiner Form für den bevorstehenden Winter. Trotz vereinzelter Wetterkapriolen zieht er ein rundum positives Fazit aus dem Übersee-Camp: "Wir hatten sehr gute Trainingstage. Im Grossen und Ganzen hat man das machen können, was man hat wollen."

Spekulationen über einen möglichen Start im Riesenslalom oder einen vorzeitigen Saisonauftakt beim Weltcup-Auftakt in Sölden schiebt der Schweizer hingegen vorerst einen Riegel vor. Zwar sei der Riesenslalom-Ski im Training als essenzielle Grundlage für die Grundtechnik im Abfahrts- und Super-G-Bereich zum Einsatz gekommen, ein Startplatz im Riesenslalom-Weltcup sei derzeit jedoch kein realistisches Thema. "Ich glaube nicht, dass ich jetzt das Niveau hätte, um im Weltcup vorn mitzufahren - oder so, dass es Sinn macht, dort mitzufahren. Unnötig Energie verschwenden macht nicht wirklich Sinn", stellt von Allmen klar. Erst wenn ein Einschieben in den Rennkalender im Laufe des Winters optimal passt, könnte dies in Erwägung gezogen werden.

Die kleine Kristallkugel als Fernziel

Für die anstehende Weltcup-Saison mit dem grossen Highlight der Heim-WM setzt sich von Allmen vor allem ein primäres Ziel: Weiterentwicklung durch Konstanz. Er möchte seine Fehlerquote minimieren und kontinuierlich Spitzenplatzierungen in den Speed-Disziplinen einfahren.

Auf die Frage nach dem Gewinn einer kleinen Kristallkugel im Disziplinen-Weltcup reagiert von Allmen gewohnt realistisch, lässt aber auch seinen Ehrgeiz durchblicken: "Das wäre sicher irgendwo ein Wunsch, der noch ansteht. Aber für so eine Kristallkugel muss doch sehr viel zusammenpassen und in jedem Rennen eigentlich die Leistung stimmen. Es ist sicher etwas Schwieriges, aber etwas, das ein Ziel ist." Mit solider Skitechnik, gestärktem Selbstbewusstsein und einer klaren Linie geht der 25-Jährige damit bestens gerüstet in den neuen Winter.

Damian Möschinger Franjo von Allmen Ski Alpin Swiss-Ski welovesnow.ch

2026-09-28 21:00:41