Franjo von Allmen hat nach seinen drei Olympia-Goldmedaillen in diesem Jahr einiges erlebt. Nun spricht der 25-Jährige über die geplante jährliche Ski-WM, den Rummel um seine Person und seine Leidenschaft für Motocross.
Jedes Jahr eine Ski-WM. Das ist die Idee der FIS, die aktuell nicht nur bei den Fans, sondern auch bei den Fahrerinnen und Fahrern auf Kritik stösst. Einige Profis äussern sich nur vage, Franjo von Allmen hingegen hat eine klare Meinung: "Ich finde das persönlich scheisse", sagt er an der Medienkonferenz von Swiss-Ski. Er findet, dass dadurch der Wert einer Weltmeisterschaft minimiert wird.
Die Olympischen Winterspiele finden anders als die WM nur alle vier Jahre statt. In diesem Februar war der 25-jährige Berner mit drei Goldmedaillen der grosse Abräumer. "Es war etwas Einmaliges und etwas, was nicht mehr so schnell passieren wird, auch bei anderen Athleten", findet er. Zwar hat er diese Zeit inzwischen verarbeitet, gibt aber zu: "Ich bin nicht der Mensch, der viel innehält. Manchmal muss ich mich dazu zwingen."
Gross verändert hat sich bei ihm seither allerdings nichts. "Ich habe immer noch den gleichen Lebensstil", sagt er und grinst. Künftig versuche er jedoch, sein Privatleben noch stärker abzugrenzen. Denn der Rummel kann auch ihm manchmal zu viel werden. "Es gibt gewisse Momente, in denen ich denke, dass es auch nicht schlecht wäre, wenn das Interesse an meiner Person nicht so gross ist", sagt er. Trotzdem sei es für ihn ein grosses Privileg.
Weniger Rummel gibt es bei Motocross-Rennen, bei denen von Allmen diesen Sommer auch etliche Male startete. "Das Motocross hat viele Parallelen zum Skisport", sagt er und nennt gleich mehrere Beispiele: "Schnell adaptieren und reagieren. Es ist gut für die Ausdauer und konditionell für den ganzen Körper ein gutes Training." Dennoch ist ihm bewusst, dass der Sport gefährlich ist. "Es haben nicht alle Freude daran, es ist vielleicht verletzungsmässig ein grösseres Risiko", sagt er. Trotzdem gebe es niemanden, der ihm das Motocross ausreden oder verbieten wolle. "Die Leute sind sich bewusst: Wenn sie es mir verbieten, mache ich es trotzdem."
Grundsätzlich habe er wenig Angst - weder beim Skifahren mit 140 Kilometern pro Stunde noch beim Motocross. Vielmehr habe er Respekt. "Ich hätte nur Angst, wenn ich hier jetzt ein Interview auf Französisch geben müsste", witzelt er und sorgt vor allem bei den welschen Journalisten für einige Lacher. Auch Vorträge zu halten oder vor vielen Menschen zu sprechen, sei ihm unangenehm. Bei Rennen hingegen sei er im Starthaus nur selten nervös.
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