Marco Odermatt hat mit 28 Jahren praktisch alles erreicht, was es im Skisport zu gewinnen gibt. Nun denkt der Nidwaldner bereits über den letzten Abschnitt seiner Karriere nach. Ab 2027 möchte er sein Pensum reduzieren - und auch der Riesenslalom könnte dabei auf der Strecke bleiben.
Mit 28 Jahren hat Marco Odermatt eigentlich alles erreicht, wovon jeder Skiprofi träumt: einen olympischen Medaillensatz, drei Weltmeistertitel und fünf Gesamtweltcupsiege. An der Pressekonferenz spricht der Nidwaldner bereits von seinem letzten Karriereabschnitt. Mit der WM in Saalbach, der kommenden Heim-WM in Crans-Montana und den Olympischen Winterspielen gab es zuletzt etliche Highlights, bei denen er nochmals Gas gab. Ab 2027 möchte er den Fuss aber etwas vom Gaspedal nehmen. "Was im nächsten oder letzten Abschnitt meiner Karriere kommen wird, werde ich mir nach der Saison Gedanken machen", sagt er.
Ein Schritt dahin könnte auch der Verzicht auf den Riesenslalom sein, der schon länger in seinem Kopf herumspukt. "Dass ich nicht bis 40 fahre, kann man schon so sagen mit meinem Umfang", sagt er und fügt hinzu: "Nach diesem Jahr bin ich schon bald 30 Jahre alt." Ob man ihn als Profi noch drei, vier oder fünf Jahre sieht, weiss der 28-Jährige noch nicht. Klar ist für ihn aber: "Ich glaube nicht, dass ich in den nächsten fünf Jahren in diesem Pensum weiterfahre."
Nach einer kleinen Verletzung geht es ihm körperlich wieder sehr gut. In der ersten Woche musste er sein Trainingsprogramm anpassen. "Man könnte auch einen Bandscheibenvorfall haben", sagt er. Odermatt nimmt die Situation locker. "Ich habe genug erreicht, ich muss niemandem etwas beweisen. Wenn es in Sölden noch nicht reicht, um bereit zu sein, reicht es dann hoffentlich für Amerika."
Für ihn steht nun ohnehin im Vordergrund, gesund zu bleiben und Freude zu haben. Natürlich will auch Odermatt weiterhin gewinnen. Dass ihm in der vergangenen Saison die kleine Kugel im Riesenslalom erstmals seit Längerem nicht mehr gelang, stört ihn allerdings nicht. "Es ist logisch, dass eine Kugel mal an einen anderen Athleten geht und nicht immer an mich."
Auszeichnungen gibt es auch an der Weltmeisterschaft. Die FIS plant derzeit, diese künftig jährlich auszutragen. "Ich hätte Angst, dass der Wert der WM abnimmt, wenn sie jedes Jahr stattfindet", sagt Odermatt. Gleichzeitig bringt er eine eigene Idee ins Spiel: Er würde diese Zeit für einen Grossevent nutzen, ähnlich wie die Ultimate Championships in der Leichtathletik.
Auch einen neuen Weltcuport kann er sich vorstellen. "Vielleicht gibt es bald mal einen Slalom in Dubai", witzelt er. Er sieht eher das Potenzial, die zwei Wochen für etwas Neues zu nutzen, anstatt erneut in der Schweiz oder in Österreich eine WM auszutragen. "Es ist der Weltcup. Es sind nicht Schweizer Meisterschaften oder Alpen-Meisterschaften. Man muss nicht von A nach B rennen und noch viel mehr herumreisen. Aber wenn man alle vier Jahre irgendwo etwas Neues probiert, würde das schon drinliegen."
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