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Maier wollte die Doku zunächst nicht – dann gab er genau einen Tag

Blick hinter die Kulissen des "Herminators"

Hermann Maier gehört zu den grössten Figuren der Ski-Geschichte. Eine ORF-Dokumentation zu seinem 50. Geburtstag zeigte 2022 jedoch nicht nur den "Herminator", sondern auch den Menschen dahinter. Nun hat Regisseur Peter Brunner Einblicke in die Entstehung des Films gegeben und verraten, wie schwierig es zunächst war, Maier überhaupt vor die Kamera zu bekommen.

Peter Brunner kannte Maier bereits lange vor dessen Durchbruch. 1997 begegnete der ORF-Journalist dem damals noch weitgehend unbekannten Österreicher erstmals im Rahmen eines Beitrags. Aus diesem frühen Kontakt entwickelte sich über Jahrzehnte eine Beziehung, die später die Grundlage für die Dokumentation "50 Jahre Herminator – Hermann Maier stürzt sich ins nächste halbe Jahrhundert" bildete.

Ein Selbstläufer war das Projekt dennoch nicht. Maier galt während seiner Karriere als ausgesprochen skeptisch gegenüber Presse und Fernsehen und lehnte die Idee zunächst ab. Brunner blieb hartnäckig und fragte irgendwann nur noch, wie viel Zeit der ehemalige Ski-Star für die Dreharbeiten aufbringen könne. Einen Tag gab der Herminator dem Kamerateam. Sämtliche Interviews mit Maier für die rund 95-minütige Dokumentation entstanden deshalb innerhalb dieses einen Tages.

Zurück an die entscheidenden Orte seines Lebens

Der Film beschränkt sich nicht auf Maiers 54 Weltcupsiege, seine drei WM-Titel oder vier Gesamtweltcupsiege. Gemeinsam mit Wegbegleitern kehrt er an Orte zurück, die seine Karriere geprägt haben. Dazu zählen seine schwierigen Anfänge, der spektakuläre Sturz bei den Olympischen Spielen 1998 in Nagano und der schwere Motorradunfall von 2001.

Gerade Nagano wurde zum Sinnbild seiner Karriere. Maier stürzte in der Olympia-Abfahrt spektakulär, stand jedoch wenige Tage später wieder am Start und gewann Gold im Super-G und Riesenslalom. 2001 folgte der nächste tiefe Einschnitt, als er bei einem Motorradunfall schwere Verletzungen am rechten Bein erlitt. Zeitweise stand sogar eine Amputation im Raum. Dennoch kämpfte sich Maier zurück in den Weltcup. 

Familie nach Ausstrahlung tief bewegt

Auch Maiers bewusst geschütztes Privatleben spielt in der Dokumentation eine Rolle. Der Österreicher hatte sich nach dem Karriereende 2009 weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und hielt seine Familie konsequent aus den Medien heraus.

Wie Brunner nun erzählt, kam die vielleicht wichtigste Reaktion erst nach der Ausstrahlung. Maier selbst meldete sich zunächst nicht beim Regisseur. Einen Tag später habe jedoch dessen Schwägerin angerufen und berichtet, die ganze Familie habe den Film gemeinsam gesehen und sei am Ende sehr emotional gewesen. 

 

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2026-09-30 21:14:16