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FIS verschärft Sicherheitsregeln im Ski-Weltcup

Konsequenzen aus zahlreichen Verletzungen

Nach zahlreichen schweren Stürzen schliesst die FIS eine bisherige Hintertür: Ab 2025/26 sind Airbags in Abfahrt und Super-G ohne Ausnahme Pflicht. Gleichzeitig verbannt der Weltverband die umstrittenen Carbon-Schienbein-Einlagen um Fahrer wie Marco Odermatt aus dem Weltcup.

Der Ski-Weltverband FIS reagiert auf die zahlreichen schweren Verletzungen im alpinen Rennsport und verschärft seine Sicherheitsvorschriften. Ab der Saison 2025/26 werden Airbags in den Speed-Disziplinen verpflichtend, zudem müssen die Athletinnen und Athleten schnittfeste Unterwäsche tragen. Gleichzeitig verschwinden die umstrittenen harten Schienbein-Einlagen aus Carbon aus dem Weltcup.

Keine Ausnahmen mehr beim Airbag

Die Airbagpflicht war grundsätzlich bereits zuvor beschlossen worden. Allerdings konnten Fahrerinnen und Fahrer mit Ausnahmegenehmigungen auf die Schutzweste verzichten. Genau diese Hintertür wird nun geschlossen. In Abfahrt und Super-G gehört der Airbag künftig obligatorisch zur Ausrüstung. Die Regel gilt nicht nur im Weltcup, sondern auch auf Stufe Europacup und in weiteren Kontinentalserien.

Die FIS verweist dabei auf umfangreiche Tests. Die sogenannten Smart Airbags erkennen einen bevorstehenden Sturz und lösen noch vor dem Aufprall aus. Nach Angaben des Weltverbands wurde die Technologie bei mehr als 7000 Fahrten und über 300 Sturztests erprobt. Geschützt werden soll in erster Linie der Oberkörper.

Schnittfeste Unterwäsche wird Pflicht

Eine weitere Änderung betrifft die Kleidung unter dem Rennanzug. Schnittfeste Unterwäsche wird ebenfalls obligatorisch. Hintergrund ist das Verletzungsrisiko durch die messerscharfen Skikanten, die bei Stürzen schwere Schnittverletzungen verursachen können.

Die von der FIS zugelassenen Modelle müssen festgelegte Schutzstandards erfüllen. Für die obersten Rennkategorien schreibt der Verband einen Mindestschutz vor. Die Unterwäsche soll das Verletzungsrisiko reduzieren, einen vollständigen Schutz gegen Schnittverletzungen kann sie allerdings nicht garantieren.

Carbon-Einlagen werden verboten

Auch bei den Skischuhen greift die FIS ein. Harte Schienbein-Einlagen aus Carbon oder vergleichbaren Materialien dürfen nicht mehr verwendet werden. Solche Teile waren zuletzt auch bei mehreren Topfahrern ein Thema, darunter Marco Odermatt. Die FIS begründet das Verbot damit, dass starre Einlagen die mechanischen Eigenschaften des Skischuhs verändern und damit ein zusätzliches Sicherheitsrisiko darstellen können. Bei medizinischer Notwendigkeit bleiben alternative Lösungen möglich. Dafür können weiche und flexible Polsterungen etwa aus Gel oder Schaumstoff von der FIS genehmigt werden. Starre Teile im Skischuh sind dagegen nicht mehr erlaubt.

Die drei Massnahmen sind Teil eines umfassenderen Sicherheitspakets. Nach einer Reihe schwerer Stürze und Verletzungen hatte der Druck auf den Weltverband zugenommen, beim Material stärker einzugreifen. Airbag, schnittfeste Unterwäsche und das Verbot der Carbon-Schützer sollen nun dazu beitragen, zumindest einen Teil der Risiken im ohnehin gefährlichen alpinen Rennsport zu reduzieren.

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2026-10-02 17:56:33