Die Speed-Saison steht vor der Tür und Swiss-Ski hat am Montagmorgen sein Aufgebot für die ersten Speedrennen bekanntgegeben. Dabei fällt auf: Gleich 13 Athleten könnten in den beiden Speedrennen starten, wir haben die Kandidaten einmal genauer unter die Lupe genommen.
So sieht das komplette Aufgebot aus:
Franjo von Allmen, Arnaud Boisset, Gino Caviezel, Livio Hiltbrand, Marco Kohler, Urs Kryenbühl, Loïc Meillard, Josua Mettler, Alexis Monney, Justin Murisier, Marco Odermatt, Stefan Rogentin, Lars Rösti
Gemessen an den Resultaten der letzten Saison, ist die Sache eigentlich klar. Da könnte man die Weltcupstartliste nehmen und die Besten an den Start schicken. Die tatsächliche Ausgangslage sieht aber ein wenig anders aus.
Bei einem Kandidaten gibt es eine an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit, dass er das Ticket sicher hat. Klar, es handelt sich dabei um Marco Odermatt. Den Gesamt- und Abfahrtsweltcupsieger der vergangenen Saison nicht starten zu lassen, es würde an einen Skandal grenzen.
Dazu haben zwei Fahrer ihr Ticket ebenfalls auf sicher. Durch die Plätze 1 und 2 in der Abfahrtswertung im Europacup der letzten Saison haben Livio Hiltbrand und Lars Rösti einen Fixstartplatz und müssen sich daher nicht beweisen. Ihr Start steht eigentlich schon fest.
Zusätzlich zu den drei genannten Fahrern gibt es vier Fahrer, die sich letzte Saison ins Rampenlicht gefahren haben, oder eben mit ihrer Erfahrung glänzen können. Justin Murisier (14.) und Stefan Rogentin (16.) sind seit Jahren dabei und waren letzte Saison hinter Marco Odermatt und Niels Hintermann, der ja bekanntlich diese Saison keine Rennen bestreiten wird, die besten beiden Schweizer.
Nur knapp hinter Rogentin landete mit Franjo von Allmen (17.) der Shootingstar des Weltcups, auch bei ihm ist eine Nicht-Berücksichtigung eher unwahrscheinlich. Mit Alexis Monney (20.) schaffte es gar ein sechster Schweizer in die Top-Zwanzig. Zwar fehlt bei ihm noch das absolute Top-Resultat, was ihn allerdings auszeichnet, ist seine Konstanz, in die Punkte zu fahren.
Dann bleiben noch Arnaud Boisset, Gino Caviezel, Marco Kohler, Urs Kryenbühl, Loïc Meillard und Josua Mettler. Caviezel kann man in dieser Diskussion zu ca. 95 Prozent ausschliessen, für Meillard wäre es der erste Abfahrtsstart seit Dezember 2022 (ebenfalls in Beaver Creek) und erst der zweite überhaupt. Hat er sich nicht entschieden, nun alle vier Disziplinen zu fahren, dürfte auch er kein Thema sein für die Abfahrt, zumal er mit Super-G und Riesenslalom auch sonst ein taffes Programm hat an diesem Wochenende.
Alle relativ knapp hinter den Top-30 gelandet, sind im letzten Winter Boisset, Kohler und Mettler. Boisset hat seine Stärken eher im Super-G, Kohler kommt aus einer Verletzung zurück und Mettler konnte, ausser in der Abfahrt von Kvitfjell (9.), nur selten vollends überzeugen.
Im ersten Training konnte Arnaud Boisset als Achter überzeugen, hat sich damit womöglich das Ticket für Freitag bereits gesichert. Auch Marco Kohler zeigte als 23. eine anständige Leistung. Einzig Josua Mettler fiel mit mehr als vier Sekunden Rückstand als 69. ab.
Eigentlich hätte dies nach einer Chance für den wiedergenesenen Urs Kryenbühl gerochen, der in seiner Karriere schon dreimal aufs Weltcuppodest steigen durfte, obwohl er eher in Bormio zu den heissen Eisen gehören würde. Dort hat er vier seiner fünf Top-Ten-Ergebnisse herausgefahren.
Doch es gibt ein grosses ABER: Bei seinem ersten Auftritt im Weltcup nach langer Verletzungsabstinenz, beziehungsweise zumindest in einem Training, musste er seine Fahrt nach einem Schlag aufs Knie abbrechen. Am Mittwochmorgen meldete Swiss-Ski dann, dass er sich eine komplexe Knieverletzung zugezogen hat und für weitere Untersuchungen zurück in die Schweiz reisen wird. Damit ergibt sich das Aufgebot also fast von alleine.
Gleich sieben Fahrer von Swiss-Ski beendeten die letzte Saison in den Top-22 der Super-G-Wertung. Wie oben schon erwähnt, steht Überflieger Marco Odermatt ohnehin nicht zur Diskussion, zudem haben Stefan Rogentin (4.) und Loïc Meillard (8.) ihr Ticket ebenfalls auf sicher.

Geht man nun nach dieser Super-G-Wertung, so wären mit Arnaud Boisset (11.), Franjo von Allmen (14.), Justin Murisier (17.) und Gino Caviezel (22.) gleich fünf weitere Plätze schon vergeben, womit nur noch ein einziger Startplatz bleiben würde.
In der Liste als nächstes kämen da Marco Kohler (37.) oder Alexis Monney (42.). Der Freiburger Monney zählt allerdings als Abfahrt-Spezialist und wird womöglich weiter den Fokus auf die Königsdisziplin legen müssen. Kohler kommt, wie beschrieben, aus einer Verletzung, ein doppelter Start an einem Wochenende dürfte noch fraglich sein.
Sollte also keiner der beiden am Samstag am Start stehen, so wären wir wieder bei Livio Hiltbrand, Josua Mettler und Lars Rösti. Letzterer sicherte sich immerhin zwei Weltcup-Punkte und dürfte damit in der Pole-Position stehen. Hier sieht es für Josua Mettler ziemlich schlecht aus, zumal auch Livio Hiltbrand mit dem Junioren-Weltmeistertitel 2023 und der Bronzemedaille 2024 gezeigt hat, dass er Super-G kann.
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