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Nebst Lara Gut-Behrami konnte bisher erst eine weitere Schweizerin das Podest in Sölden besteigen

Alle Schweizer Podestplätze in Sölden

Samstag ist ab dem 25. Oktober nicht mehr nur Spieltag, sondern endlich auch wieder Renntag. Skifans können nach sieben langen Monaten ihre Samstage und Sonntage wieder wie gewohnt vor den Bildschirmen verbringen. Aus Schweizer Sicht sind die Hoffnungen auf einen Erfolg durchaus da, sollten allerdings nicht zu gross sein.

Ein Blick in die Historie der Sölden-Rennen zeigt nämlich, dass sich die Schweizer zu Saisonbeginn immer wieder schwergetan haben. Wir listen euch alle Podestfahrer auf. Zuerst von den Frauen, die am Samstag starten werden, dann später auch von den Männern. Das Herren-Rennen wird dann am Sonntag ausgetragen.

Frauen

Sonja Nef - 1x Zweite

1993 wurden in Sölden erstmals Weltcup-Rennen bestritten, ab 1996 im Zweijahres-Rhythmus und seit 2000 jährlich. Auf den ersten Schweizer Podestplatz auf Frauenseite musste man bis 2001 warten. In einem Rennen mit grossen Abständen konnte die amtierende Gewinnerin der kleinen Kugel den zweiten Platz sichern und legte so den Grundstein für ihre zweite Riesenslalom-Kugel in Folge.

Lara Gut-Behrami - 3 Siege, 1x Zweite

Zwölf Jahre musste das Schweizer Damen-Team nach Nefs Podestplatz auf weiteren Jubel am Rettenbachferner warten. Dieser war dann aber umso grösser: Um gleich 84 Hundertstel und mehr liess Lara Gut-Behrami die Konkurrenz um Kathrin Zettel, Viktoria Rebensburg und Co. hinter sich.

Drei Jahre später war der Abstand der Tessiner Siegerin dann noch grösser. Die zweitklassierte Mikaela Shiffrin hatte bereits einen beträchtlichen Rückstand von 1,44 Sekunden, Marta Bassino auf Rang 3 lag gar 1,93 Sekunden zurück. 2021 wurde die 34-Jährige knapp von der Amerikanerin geschlagen, 2023 lancierte sie ihre Gesamtweltcupsaison mit dem Sieg, zwei Hundertstel vor Federica Brignone.

Männer

Steve Locher - 1 Sieg

Damit kommen wir auch schon zu den Männern, denn ausser Sonja Nef und Lara Gut-Behrami gab es aus Schweizer Sicht für keine Frau wirklich Grund zur Freude. Diese war 1996 bei Steve Locher umso grösser. Nach Alta Badia 1993 war es sein zweiter Weltcupsieg.

Michael von Grünigen - 1x Zweiter, 2x Dritter

Gewinnen konnte Locher vor Teamkollege Michael von Grünigen. Der Berner Oberländer stand in dieser Saison gleich siebenmal auf dem Riesenslalompodest, beim Auftakt in Sölden verwiesen die beiden Schweizer Namen wie Kjetil André Aamodt oder Hans Knauss auf die Plätze.

2001 liess von Grünigen einen weiteren Podestplatz folgen, war gemeinsam mit dem Schweden Fredrik Nyberg auf Rang 3. Ganz für sich alleine hatte er den dritten Platz ein Jahr später. In beiden Rennen liess er Namen wie Kjetil André Aamodt oder Bode Miller hinter sich.

Daniel Albrecht - 1 Sieg

Nach dem letzten Podestplatz von von Grünigen ging es wieder sechs Jahre bis zu einem Schweizer Erfolg. Dabei sind zwei Schweizer in einer Liga gefahren. Daniel Albrecht setzte sich dank Halbzeitführung mit 14 Hundertsteln Vorsprung vor Didier Cuche durch, alle anderen Fahrer verloren eine Sekunde und mehr.

Didier Cuche - 1 Sieg, 1x Zweiter

Noch besser lief es für Cuche ein Jahr später. Nachdem er im Jahr zuvor noch Zweiter wurde, fuhr der Neuenburger 2009 vor allem im ersten Lauf seine Konkurrenz in Grund und Boden, doch auch im zweiten Lauf waren nur zwei deutlich früher gestartete Athleten schneller. So betrug der Vorsprung auf Ted Ligety schlussendlich sechs Zehntel.

Carlo Janka - 1x Dritter

Damals, mit Cuche und Ligety auf dem Podest, stand Carlo Janka. Der Bündner konnte gegenüber Massimilano Blardone eine Hundertstelsekunde retten. In der Schlusswertung des Riesenslaloms musste sich der spätere Olympiasieger einzig von Ted Ligety geschlagen geben, dafür holte er sich den Gesamtweltcupsieg - ohne eine einzige kleine Kugel zu holen.

Gino Caviezel - 1x Dritter

Elf Jahre lang musste die Schweiz auf Männerseite anschliessend auf einen Podestplatz warten. Jener von Gino Caviezel gewann dadurch noch mehr an Bedeutung. Als Halbzeitführender rettete der Bündner im zweiten Lauf drei Hundertstel gegenüber dem Franzosen Alexis Pinturault und sicherte sich so hinter Sieger Lucas Braathen und Landsmann Marco Odermatt sein erstes Weltcuppodest.

Marco Odermatt - 2 Siege, 1x Zweiter

Es war ein grosser Schock zu Beginn der letzten Saison. Loïc Meillard verpasste den Saisonstart aufgrund von Rückenproblemen, Marco Odermatt schied im ersten Lauf aus. Dass der Nidwaldner trotzdem mit positiven Gefühlen nach Sölden reist, liegt an seinen Ergebnissen in den vorangegangenen drei Sölden-Rennen (2023 wurde das Männer-Rennen abgesagt).

Nach dem zweiten Platz von 2020 konnte der 28-Jährige 2021 dank eines starken zweiten Laufes Roland Leitinger noch abfangen, nur sieben Hundertstel betrug am Ende der Vorsprung. Deutlich klarer war die Sache dann 2022: Odermatt blieb im ersten Lauf als einziger Fahrer unter einer Minute, verwaltete seinen Vorsprung im zweiten Lauf dann clever und gewann so 76 Hundertstel vor Zan Kranjec.

Wer hat 2025 die Nase vorne?

Die Rennen am Rettenbachferner versprechen auch dieses Jahr pure Spannung. Auf Frauenseite darf man gespannt sein, ob Alice Robinson in Abwesenheit von Federica Brignone der Konkurrenz davonfahren wird. Letztes Jahr wurde die Neuseeländerin Zweite, der Vorsprung auf die drittplatzierte Julia Scheib betrug über neun Zehntel. Die Österreicherin verfuhr sich allerdings im ersten Durchgang und hatte so eine grosse Hypothek gutzumachen.

Bei den Männern wollen die Schweizer zurückschlagen. Gino Caviezel war bei einem norwegischen Dreifachsieg als Neunter der beste Schweizer, Thomas Tumler verbremste seinen zweiten Lauf. Als Vierter verpasste Lucas Pinheiro das erste brasilianische Weltcuppodest, auch er wird angreifen wollen. Es wartet ein Duell zwischen den Schweizern, den Norwegern und dem Brasilianer - oder schlägt doch Weltmeister Raphael Haaser zu?

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2025-10-22 19:10:20