Der Rücktritt von Marc Rochat kurz nach dem Saisonende kam trotz zuletzt absteigender Form ziemlich überraschend. Mit Blick auf seinen Sohn, der im Frühling 2025 zur Welt gekommen ist, macht der Schritt aber sicherlich Sinn. Jetzt geht es darum, seinem Sohn viel mitzugeben.
Ähnlich wie kürzlich bei Lara Gut-Behrami, war bei Rochats Rücktritt offenbar Swiss-Ski nicht eingeweiht. Einzig die Frau wusste von seinem Vorhaben, wie er beim Blick schildert: "Ich habe ihr gesagt, dass ich vielleicht zurücktrete, vielleicht aber auch nicht." Das Bauchgefühl sagte ihm dann kurz vor der Verkündigung, dass es der richtige Moment sei.
Obwohl der Rücktritt Sinn macht, ist der Zeitpunkt doch relativ überraschend. Schliesslich wäre im kommenden Februar die Heim-WM angestanden. Aber: "Die Energie, die ich für eine weitere Saison hätte investieren müssen, war einfach zu gross." Der Westschweizer musste dabei auch merken, dass aufhören nicht aufgeben bedeutet und dass er niemandem – auch nicht sich selbst – noch irgendwas beweisen muss.
Aufgeben war für den 33-Jährigen nie eine Option, obwohl ihm viele Menschen schon viel früher zum Rücktritt geraten haben. Rochat aber wollte seinen eigenen Weg gehen. "Darauf bin ich heute besonders stolz. Viele hätten aufgehört. Ich nicht. Und ich hatte eine wunderbare Karriere."
Acht Jahre lang fuhr Rochat mit Schmerzen, doch Weitermachen war für ihn eine Ehre. Eine Ehre war es auch für die Fans, dem charismatischen Westschweizer über die Jahre hinweg zuzuschauen, in denen er sich an der WM 2025 mit Bronze in der Team-Kombination endlich belohnen konnte.
Dominic Hodel Marc Rochat Ski Alpin Swiss-Ski welovesnow.ch